We are specialized!

Donnerstag, 14. September 2017

What a wonderful world: Pass der Pässe!

Die letzten beide Tage waren so voll gepackt mit neuen und wunderschönen Eindrücken, dass ich diese noch gar nicht alle verarbeitet habe. Vom Pass der Pässe hin zu einem epischen Gletschergebiet:

Tag 5: Die Königin aller Pässe

Auf der Liste mit den Dingen, die ein Radsportler in seinem Leben gemacht haben muss, steht das Stilfser Joch ganz weit oben. "Pass der Pässe", "Königin der Passstraßen" -viele Namen ranken sich um den berühmten Anstieg auf den höchsten Gebirgspass Italiens. 2757 Meter misst das Stilfser Joch am höchsten Punkt.



Vom Örtchen Prad aus sind 22 Kilometer, 1850 Höhenmeter und 48 Spitzkehren zu überwinden. Das Wetter war uns wohlgesonnen, aber wir hatten die Fahrt auch auf den wettertechnisch besten Tag der Woche gelegt. Am Vortag war oben einiges an Neuschnee gefallen, doch am Morgen waren die Straßen wieder frei. Die Auffahrt war traumhaft. Wir wollten das ganze im Grundlagentempo absolvieren, um die Aussicht und die vielen Perspektiven in aller Ruhe genießen zu können. Zudem waren viele Fotostops unumgänglich, da hinter jeder Spitzkehre ein neuer wunderschöner Ausblick wartete.



Schneller als erwartet kam dann auch schon das Ziel - die Hütte am höchsten Punkt in Sichtweite. Zum Greifen nah, aber trotzdem noch ein weiter Weg. Die engen Kurven ließen uns zwar rasch an Höhe gewinnen, dennoch zogen sich die letzten Kilometer. Nach 2 Stunden und 15 Minuten hatten wir dann das Ziel erreicht und genossen den Ausblick vom höchsten Punkt. Ein magischer Moment!



Die Abfahrt führte uns dann durch die Schweiz und dauerte leider etwas länger, da eine der Carbonfelgen das Bremsen nicht verkraftete und riss. So mussten wir Laufräder tauschen und konnten jeweils nur noch mit einer Bremse bremsen. Nun steht fest, dass das nächste Rennrad unbedingt Scheibenbremsen haben muss.



Im Tal angekommen - die erste Trauer um den teuren Laufradsatz war überwunden - rollten wir dann noch die letzten 40 Kilometer zurück nach Goldrain und setzen nun einen Haken an die Bezwingung des "Passes der Pässe".

Tag 6: Wandern statt Radfahren

Da wir nun nur noch einen komplett fahrtüchtigen Laufradsatz zur Verfügung haben, setzten wir auf Alternativsport: Wandern! Mit dem Bus ließen wir uns bequem auf 2000 Meter befördern und dann tauchten wir ein ins Hochgebirge. Zunächst erkundeten wir die Primaschlucht mit einem beeindruckenden Gebirgsbach.



Eigentlich war uns die Wanderroute im Vorhinein noch nicht ganz klar. Jedoch stellten wir fest, dass je höher wir kamen, auch die Sonne immer mehr zum Vorschein kam. Irgendwann schauten wir dann hinab auf den Nebel im Tal und ringsumher tauchten die schneebedeckten 3000er auf. Gerade so konnte ich noch daran gehindert werden, dass wir eine extrem schwere Route hinauf zum 2996 Meter hohen kleinen Rotspitz in Angriff nahmen. Ich war motiviert, aber dafür hatten wir heute leider nicht das richtige Equipment dabei.



Wir entschieden uns für eine mittelschwere Route, die über einen alten Gletscher auf fast 2900 Meter führte und eine wundervolle Landschaft freigab. Wasserfälle, Gesteinsbrocken, Schluchten, Bachläufe - ich konnte mich gar nicht sattsehen an dieser beeindruckenden Landschaft. So war unsere "Ruhetagswanderung" letztlich doch zum Abenteuer mit 16 Kilometern und 4 Stunden Gangzeit geworden.


In diesem Sinne:
Keep on riding,
Vanessa

"Du kannst doch so nicht auf 3000 Meter, du erfrierst."
"Warum setzt du dich nicht an einen windgeschützten Platz?"   - "Weil ich Hunger habe."
"Och wie, schon oben?!"



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen